Schwere Geburt: Sozialer Wohnungsbau in Bonn endlich auf dem Vormarsch?

Mit der wachsenden Bevölkerungszahl in Bonn sind Mieten und Hauspreise in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Höhe geschossen. Der langjährige Stillstand im Wohnungsbau, vor allem im unteren oder mittleren Preissegment, hat die Bonner Wohnungsmarktsituation enorm verschärft. Obwohl die Bonner Wohnraumproblematik im Stadtrat lange fraktionsübergreifend bekannt war, wurde die Forderung der Bonner SPD nach mehr bezahlbarem Wohnraum und einer 30 Prozent Quote für öffentlich geförderte Wohnungen bei Neubauprojekten lange Zeit blockiert.

„Wenn unsere langjährigen Forderungen und Vorschläge, die bereits im Masterplan Anfang 2016 von der SPD-Fraktion im Rat gemeinsam mit der Bonner SPD und den Abgeordneten in Bund und Land formuliert wurden, jetzt endlich auch von der Jamaika-Koalition aufgenommen würden, wäre dies sehr begrüßenswert“, kommentiert Peter Kox, Vorsitzender des Sozialausschusses und stellvertretender Vorsitzender des Bonner Mieterbundes, die Überlegungen des Ratsmehrheit zur Einführung einer verbindlichen Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau.

„Jede nicht gebaute Wohnung in Bonn lässt die Preise in die Höhe schießen. Gefragt sind aber vor alle, preiswerte Wohnungen: Alleinstehende, ältere Leute und Menschen mit einem kleinen Geldbeutel können sich Wohnraum in Bonn kaum noch leisten. Die Stärkung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus ist deshalb unverzichtbar. Eine Quote, die vorsieht, fast jede dritte Neubauwohnung mit Mietpreisbindung zu errichten, wäre ein dringend benötigter Fortschritt für die Sicherung unseres sozialen Gefüges. Sozialen Wohnungsbau zu stärken, bedeutet zu gewährleisten, dass unsere  Lebenswelten nicht noch mehr auseinanderdriften“, so der SPD-Landtagskandidat. „Wer die Lippen spitzt, muss aber auch pfeifen. Wir werden daher genau darauf achten, ob die Koalition sich an ihre eigenen neuen Erkenntnisse hält oder sie wieder mit Ausnahmen durchlöchert.“