Zukunft des Kinderneurologischen Zentrums (KiNZ) unsicher – Streit zwischen dem LVR und Krankenkassen gefährdet die stationäre Behandlung

Die Bonner Landtagsabgeordnete Renate Hendricks setzt sich, zusammen mit Bonns Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber und dem Landtagskandidat im Bonner Norden, Peter Kox, für einen vollumfänglichen Erhalt der stationären Behandlungsleistungen am Kinderneurologischen Zentrum (KiNZ) an der LVR-Klinik ein.

Das KiNZ bietet interdisziplinäre und familienorientierte Formen der ambulanten und stationären Diagnose und Therapie von Entwicklungsstörungen im Kinder- und Jugendalter. Das hochangesehene Zentrum ist somit eine Anlaufstelle für betroffene Familien in der ganzen Region.
Doch das KiNZ sieht sich mittlerweile existenziell bedroht, Ulrich Kelber erklärt dazu: „Stationäre Krankenhausbehandlungen, wie sie auch am KiNZ teilweise nötig werden, werden im Regelfall von der Krankenkasse getragen. Die AOK Rheinland/ Hamburg betrachtet die erbrachten Leistungen inzwischen immer öfter als Reha-Maßnahmen und will die Kosten nicht übernehmen. Die Krankenkasse sieht hier die Kommune als Träger der öffentlichen Jugendhilfe in der Pflicht.“

Renate Hendricks ergänzt: „Ich habe diese Problematik gegenüber der Gesundheitsministerin, Barbara Steffens, angesprochen und auf die Wichtigkeit des Zentrums verwiesen. Bisher muss jede Abrechnung einer stationären Behandlung am KiNZ einzeln mit den Krankenkassen abgestimmt werden. Bei abweichenden Meinungen bleibt dem Krankenhaus nur der Weg vor das Sozialgericht. Diese Situation ist nicht befriedigend und bietet weder für die Patienten, noch für das Krankenhaus Planungssicherheit. Außerdem wird so eine nachhaltige und für viele Kinder und Jugendliche notwendige psychiatrische und psychologische Therapie gefährdet.“

Die SPD-Politiker sind sich einig, dass das einzigartige Angebot des KiNZ für die Stadt und die Region erhalten bleiben muss. Der Landtagskandidat für den Bonner Norden, Peter Kox, erklärt dazu: „Die Gesundheitsministerin ist sich der Situation bewusst und hat in ihrer Antwort die Besonderheit und die Wichtigkeit des KiNZ hervorgehoben.“ Kox, der auch Mitglied des LVR-Krankenhausausschuss ist, fügt mit Hinblick auf die Klinik hinzu: „Gerade bei Störungen der psychischen Entwicklung im jungen Alter ist eine umfassende und nachhaltige Betreuung und Behandlung notwendig. Einige wenige Tage oder eine ambulante reichen manchmal schlicht nicht aus. Daher ist es ein gutes Zeichen, dass die Ministerin das Gespräch mit dem LVR und der Krankenkasse suchen wird, um eine dauerhafte Regelung zu finden.“