Bildung und Inklusion

Der Einsatz für soziale Gerechtigkeit für alle hier lebenden Menschen gleich welcher Nationalität bedeutet heute mehr denn je, Bildungschancen zu verbessern. Daher setze ich mich ein für eine gebührenfreie Bildung von der Kindertagesstätte bis zum Abschluss an der Hochschule.

Die SPD-geführte Landesregierung hat dabei schon große Fortschritte gemacht und die schwarz-gelben Studiengebühren abgeschafft, das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei gestellt und deutlich mehr Geld in den Ausbau der frühkindlichen Bildung (U3) investiert. Ich werde mich für den weiteren U3-Ausbau ebenso stark machen wie für die Schaffung weiterer Ganztagsplätze – unabhängig von der Schulform.

Wir haben mit der ideologisch motivierten Diskriminierung der Gesamtschulen durch die schwarz-gelben Vorgängerregierung Schluss gemacht. Diese Schulform, die für das längere gemeinsame Lernen steht, verdient Unterstützung. Was an den Gesamtschulen immer möglich war – nämlich das Abitur nach neun Jahren – soll auch an den Gymnasien wieder möglich werden. Ich befürworte daher das „G8 Flexi“-Modell der NRW-SPD, das es Schülerinnen und Schülern aller Gymnasien nach einer sechsjährigen Mittelstufe ermöglichen möchte, die Oberstufe wahlweise nach zwei oder drei Jahren mit dem Abitur zu beenden.

Eine herausragende Rolle wird auch in den kommenden Jahren die schulische Inklusion spielen. Hier gilt für mich: Das darf kein Sparprogramm werden! Das gemeinsame Lernen muss so ausgestattet werden, dass es leistbar und ein Gewinn für alle Beteiligten ist: Für Lehrerinnen und Lehrer, für Eltern – vor allem aber für die Schülerinnen und Schüler mit und ohne besonderen Förderbedarf.

Fest steht aber auch, dass Inklusion nicht „nur“ ein schulisches Projekt ist, sondern ein klassisches „Querschnittthema“. Es geht um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben. Auf dem Wohnungsmarkt. Im öffentlichen Raum.

Der Aktionsplan „Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ der Landesregierung von 2012 gibt dabei den Weg vor. Das jüngst verabschiedete Inklusionsstärkungsgesetz ist ein wichtiger Schritt. Aktionsplan von 2012, Inklusionsstärkungsgesetz als ein Schritt von 2016 – wir sehen klar, dass der Prozess mehr Schwung vertragen kann. Übrigens nicht nur in NRW, sondern auch in Bonn. Dabei wird es hier wie dort auch finanzielle Hürden zu überwinden geben. Das lohnt sich aber – nicht nur finanziell, weil zum Beispiel Nicht-Inklusion mit Blick auf den Arbeitsmarkt schlicht „Ressourcenverschwendung“ ist. Das lohnt sich vor allem auch deswegen, weil es die Menschen und damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Dafür werde ich mich einsetzen.