Verkehr

Jeder, der morgens mit dem PKW zu seinem Arbeitsplatz pendeln muss oder entlang der zentralen Ein- und Ausfallstraßen unserer Stadt wohnt, weiß: Bonn, die Region und NRW ersticken im Autoverkehr. Das hat viele Ursachen.

Zunächst ist NRW in den vergangenen Jahren allzu häufig „abgehängt“ worden vom CSU-geführten Bundesverkehrsministerium, wenn es darum ging, Straßenbaumaßnahmen zu finanzieren. Immerhin ist es aber unserer Landesregierung zuletzt gelungen, einige wichtige Projekte im so genannten Bundesverkehrswegeplan unterzubringen: Die A565 über Nordbrücke und „Tausendfüssler“ soll verbreitert und modernisiert, eine neue Rheinbrücke bei Wesseling gebaut werden. Das ist für sich schon ein großer Erfolg – jetzt noch sichergestellt, dass die neue Rheinbrücke auch für den Schienenverkehr zur Verfügung steht. Damit ließe sich die Anbindung Bonns und des Flughafens verbessern, außerdem gäbe es bei Streckenschäden endlich eine Alternativroute für den Fernverkehr.

Eine weitere Autobahn mitten durch Bonn, wie sie insbesondere die CDU mit der so genannten Südtangente fordert, lehne ich entschieden ab! Sie würde nicht der Entlastung des Bonner Straßennetzes dienen, sondern lediglich weiteren Durchgangs- und Fernlastverkehr anziehen, um die Kölner Ringe zu entlasten.

Darüber hinaus muss der Schienenverkehr gestärkt werden. Dringend muss ein drittes und viertes Gleis zwischen Kölner und Bonner Hauptbahnhof in die Planung aufgenommen werden. Die Fahrgastzahlen rufen nach einem 10-Minuten-Takt, aber die zwei Gleise heute geben kein besseres Angebot her.

Eine zentrale Rolle wird zukünftig die Attraktivität des ÖPNV spielen – hier will ich keine Denkverbote gelten lassen. Warum soll es in Bonn langfristig nicht möglich sein, was in anderen Städten rund um die Welt schon gang und gäbe ist? – Eine kostenlose oder äußerst preisgünstige „Flatrate-Nutzung“ von Bus und Bahnen? Wenn wir dem Verkehrskollaps die Stirn bieten und die Umwelt schützen möchten, müssen wir auch diese Optionen diskutieren! Dafür werde ich mich einsetzen.